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Muttermilch enthält Stammzellen

Der Wissenschaftler Dr. Mark Cregan aus Perth in Australien gilt als Entdecker von Stammzellen in der Muttermilch. Er ist sich sicher, dass es der Wissenschaft innerhalb der nächsten
5 Jahre gelingen wird Stammzellen aus Muttermilch zu ge-
winnen, um damit Krankheiten wie Wirbelsäulenverletzungen, Diabetes und Parkinson zu therapieren.

Dr. Mark Cregan geht davon aus, dass seine Endeckung der Startschuss sein könnte für weitere Forschungen zum bisher unentdeckten Potential in der Muttermilch.

Er glaubt, dass Muttermilch nicht nur den gesamten Bedarf an Nährstoffen eines heranwachsenden Säuglings deckt, sondern auch Key Marker (etwa: Schlüsselsignale) enthält, die die Entwicklung bis ins Erwachsenenalter steuern.

“Wir wissen, wie Muttermilch dem Bedarf des Säuglings an Nährstoffen gerecht wird, aber wir fangen gerade erst an zu verstehen, dass Muttermilch vermutlich noch viele andere Funktionen erfüllt”, sagt Dr. Cregan, Molekularbiologe an der University of Western Australia.

Cregan behauptet, dass die Milchdrüsen einer Mutter die gerade geboren hat, die Aufgabe der Plazenta übernehmen und damit die weitere Entwicklung des Kindes sicher stellt: Sich somit der genetische Plan erfüllt.

“Es geht darum, dem Baby eine perfekte Entwicklung zu ermöglichen”, sagt er weiter. “Wir wissen heute schon, dass gestillte Kinder einen Intelligenzvorsprung haben und dass es ein ganzes Bündel weiterer gesundheitlicher Vorteile gibt. Forscher glauben auch, dass die schützende Wirkung der Muttermilch bis weit ins Erwachsenenalter anhält. Viele Mütter betrachten Muttermilch und Formula (künstliche Babymilch) als identisch. Formula und Muttermilch sehen gleich aus, also müssen sie auch gleich sein. Aber heute wissen wir, dass es sehr grosse Unterschiede gibt, wobei die Auswrikungen der Muttermilch im Gegensatz zu Formula erst nach Jahrzehnten sichtbat warden.

Die Milchfirmen haben sich darauf konzentriert, die Nährstoffzusammensetzung von Formula derjenigen der Muttermilch anzugleichen. Aber Formula kann niemals mit Muttermilch konkurrieren”.

Es war Dr. Cregans Interesse an der kindlichen Gesundheit, das ihn dazu gebracht hat, die komplexen zellulären Komponenten der menschlichen Milch zu erforschen. “Ich betrachtete diese ungeheure Komplexizität von Zellen und ich dachte, niemand weiss etwas über sie”. Cregan hegte den Verdacht, dass sich in der Komplexität der Zellen vielleicht auch Vorläufer von Stammzellen befinden könnten.

Sein Team züchtete Zellen aus menschlicher Milch und fand Kulturen, die positiv auf den Stammzellmarker Nestin reagierten. Weitere Analysen zeigten, dass eine Seitenkultur dieser Stammzellen aus multiplen Zelllinien bestand und über das Potential verfügte, sich in unterschiedliche Zelltypen zu entwickeln. Das bedeutet, dass diese Zellen möglicherweise reprogrammiert werden können, um sich in unterschiedlichste Arten menschlichen Gewebes zu entwickeln.

Cregan veröffentlichte seine Forschung Ende Januar 2008 auf der International Conference of the Society for Research on Human Milk and Lactation (Internationale Gesellschaft zur Erforschung der menschlichen Milch und Laktation) in Perth.

“Wir konnten zeigen, dass diese Zellen alle charakteristischen Eigenschaften von Stammzellen besitzen. Als Nächstes werden wir herausfinden, dass sie sich auch wie Stammzellen verhalten”, sagt er.

“Wenn das der Fall ist, besteht die berechtigte Hoffnung, dass Forscher eine ethisch einwandfreie Quelle zum Gewinnen von Stammzellen nutzen können, ohne die verbissene Debatte um die Gewinnung von embryonalen Stammzellen weiterführen zhu müssen. Von der Fähigkeit bestimmter Immunzellen aus Muttermilch, den Verdauungstrakt des Babys unbeschadet zu passieren, könnten wir in weitergehenden Forschungen lernen, wie man bestimmte Viren und Bakterien bekämpfen kann.

ScienceNetwork , 11. 2.08, WA von Catherine Madden 02-24

Im Original unter folgendem Link zu lesen: http://www.sciencealert.com.au:80/news/20081102-16879.html
Breast milk contains stem cells

Übersetzung: Lisa Fehrenbach, Stillbeauftragte des Bund Deutscher Hebammen e.V.

Pressemeldung des Bund Deutscher Hebammen, Februar 2008



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